Praxis für
Systemische Therapie, Psychotherapie (HPG) und Traumaberatung

Eva-Maria Gebert-Riess

Traumaberatung nach dem KReST-Modell

Traumata sind plötzliche oder lange anhaltende oder auch sich wiederholende objektiv oder subjektiv existenziell bedrohliche und ausweglose Ereignisse, bei denen Menschen in die Schutzlosigkeit der so genannten „Traumatischen Zange“ von körperlicher Erregung, Hilflosigkeit, Ohnmacht und dem Gefühl des Ausgeliefertseins, sich gefangen fühlen.

Jedes Erlebnis wird aus der Summe der sensorischen Eingänge (Bilder, Geräusche, Sprache, Gerüche, Geschmack, Temperatur, Berührung etc.) und der Wahrnehmungskanäle (Gedanken, Bewertungen, Gefühle, wer bei dem Erlebnis dabei ist usw.) vom Gehirn registriert und abgespeichert. Darüber hinaus benötigt jedes Erlebnis, zusammen mit den oben beschriebenen Eingängen, eine Struktur mit Anfang, Verlauf, Ende und Bedeutung um vom Gehirn sicher registriert und als ganzheitliche Erfahrung und Erinnerung abgespeichert und wieder abgerufen werden zu können. Diese Wahrnehmungs-, Registrierungs- und Abspeicherungs-mechanismen werden beim Erleben eines Traumas an einigen Stellen unterbrochen, das traumatische Erlebnis wird bruchstückhaft („fragmentiert“) abgespeichert.

Symptome und Folgen von Traumata können sein: Angst, Panikattacken, Unruhe, Gefühl des Getriebenseins, Konzentrationsstörungen, Leistungsversagen, „Flashbacks“ (Aufblitzen traumatischer Bilder oder Sinneseindrücke), Depression, Trauer, Hoffnungslosigkeit, Gefühl der Leere, Gereiztheit, Ärger, Wut, Selbstzweifel, Selbsthass, selbstverletzendes Verhalten, Rückzug bis zur Isolation, zahlreiche körperliche Beschwerden, „Selbstbetäubung“ in Form von Suchtmittelmissbrauch, Essstörungen, exzessives „Sich-spüren-Wollen“ (Gefahrensuche, Extremsport etc.), und Gewaltausbrüche gegen andere.

Die Traumaberatung nach dem KReST – Modell ist eine körper-, ressourcen-, und systemorientierte Traumaberatung. Nach erfolgter Anamnese und Beziehungsaufbau zum Therapeuten lernt der Klient seine Traumasymptome besser wahrzunehmen, zu verstehen und einzuordnen. Darüber hinaus übt er in Bezug auf seine Symptome Selbststeuerung und Selbstfürsorge. In der zweiten Phase geht es um die Stabilisierung des Klienten durch die Mobilisation von hilfreichen Ressourcen, Stressmanagement, Stärkung des „Selbst“ (Selbstbild, Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeit), sowie soziale und körperliche Stabilisierung. Erst wenn der Klient sich ausreichend stabil fühlt, erfolgt mit speziellen Traumamethoden die Konfrontation mit dem erlebten Trauma, um dieses als Teil der Vergangenheit in die eigene Biographie zu integrieren. Daran schließt sich die vierte Phase des KReST-Modells an, der Abschied von Nicht-Gehabtem und die Neuorientierung.



Eva-Maria Gebert-Riess - Systemische Therapeutin für Einzelpersonen, Paare und Familien
Roseggerstr. 57 - 85521 Ottobrunn
Telefon: 0162 612 09 96 - info (at) praxis-gebert-riess.de - E-Mail